(Not) the Holy End

von mengun

Slut (die ursprünglich nicht englisch, sondern dänisch ausgesprochen werden und somit nicht „Schlampe“ sondern „Schluss“ heißen) sind mit einer neuen Platte zurück. Nachdem sie schon in der Schaffensphase ihres letzten Albums StillNo1 Probleme hatten und dieses kurz vor der Fertigstellung noch ein Mal komplett überarbeiteten, stellt sich auch der Prozess zu Alienation als schwierig heraus. Ganze fünf Jahre dauerte es, bis das Werk fertig war. Die Abstände zwischen den Platten werden also immer größer, und trotzdem finden Slut wieder zu ihren Ursprüngen zurück. Nicht zu dem rohen Indierock von For Excercise and Amusement aber zu ihrer Vielseitigkeit, ihrer Experimentierfreude und ihrem Mut. Zurück zu dem, was mich auf Lookbook so faszinierte. Was bei den letzten Platten der versessenen Suche nach einem Hit zum Opfer gefallen ist, ist endlich wieder da. Slut machen wieder eine Platte zum Entdecken. Eine Platte, bei der man über Songs stolpert, die man zunächst eigenartig findet, bei denen etwas anders ist und irgendwas nicht richtig passt – bis man sie wieder und wieder gehört hat und ihren Bann gezogen wird. Manchmal noch, versuchen sie es zu sehr, dann klingen die Songs zu verkopft zu krampfhaft gewollt – doch nach dem enttäuschendem StillNo1 habe ich das Gefühl Slut haben ihren Drive wieder gefunden. Die Single Next Big Thing erinnert dabei noch am meisten an die Slut der letzten Jahre und gehört für mich zu den schwächsten Songs auf Alienation. Was mich natürlich zu der Frage bringt, warum ausgrechnet mit diesem Song das Album angepriesen wird. Trotzdem freue ich mich jetzt schon sehr darauf die neuen Songs auf dem Reeperbahn Festival live zu sehen.
Die LP kommt übrigens in der ersten Pressung auf schickem roten Vinyl daher.

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